Name des Objektes:

Ohrringpaar

Ort:

Berlin, Deutschland

Museum:

Museum für Islamische Kunst

About Museum für Islamische Kunst, Berlin

Datierung des Objektes:

5. H. / 11. Jh

Museum Inventarnummer:

I. 2334

Material(ien) / Technik(en):

Gold, granuliertes Filigran; Gewicht eines Ohrringes fast 18 Gramm.

Maße:

Höhe 3, 3 cm Breite 3, 5 cm

Periode / Dynastie:

Fatimiden

Herkunft:

Ägypten.

Beschreibung:

Die beiden Ohrringe haben die Form eines Halbmonds. Sie wurden doppelwandig gearbeitet und sind nach oben offen. Die Ohrringe haben unterschiedlich gestaltete Schauseiten. Die eine Seite hat ein halbmondförmiges Innenfeld, in dem sich zwei Spiralranken spiegelsymmetrisch entfalten. Das Innenfeld wird von aneinandergereihten Perlen eingefaßt. Auf der anderen Seite wird ein kleines halbkreisförmiges Feld mit symmetrischen Ranken gefüllt, während ein breiter Rahmen mit sechs ganzflächig granulierten Halbkugeln besetzt ist. Ösen beweisen, dass die Ohrringe einst auf beiden Seiten seitlich mit Perlenkettchen behangen waren. Die Perlen sind nicht mehr vorhanden. Die Stücke sind durch die, wie sie in der Literatur genannt werden, „Schachtelkonstruktion“ zeitypische Stücke der Fatimidenkunst des 11. Jh. Sie scheinen aus dem dem Großstadtmilieu Kairos zu stammen. Vergleichbare Ohrringe wurden bei Grabungsfunden in Tunesien, Ägypten, Syrien und im Irak gefunden. Hierbei datieren Münzfunde die Stücke. Viele der ergrabenen Schmuckstücke waren Handelsware, die allein wegen des Goldes geschätzt wurden, während die sehr aufwendige Technik, die auf die hohe Kunst der Juweliere in fatimidischer Zeit hinweist, möglicherweise weniger Beachtung fand.

View Short Description

Dieses Paar goldener Ohrringe, die ursprünglich noch zusätzliche Perlen besaßen, ist typisch für die Kunst der Fatimiden. Beide Teile sind halbmondförmig, aber unterschiedlich gestaltet. Die eine Seite zeigt ein symmetrisches Pflanzenmuster, die andere ist mit einer Reihe aus sechs Halbperlen verziert. Schmuck war in der islamischen Welt ein weit verbreitetes Handelsgut.

Wie wurde das Objekt datiert:

Da ein gleichformatiges Gegenstück in Fustat/Alt-Kairo gefunden wurde, nimmt man eine Entstehung im fatimidischen Ägypten an.

Wie wurde das Objekt durch das Museum erworben:

Kunsthandel Aleppo 1913.

Wie wurde der Herkunft des Objektes ermittelt:

Der Fund eines gleichformatigen Gegenstückes in Fustat/Alt-Kairo und die Herstellungsmerkmale sprechen für eine Herstellung dieses Schmuckes in Ägypten.

Literaturauswahl:

Gladiss, A. v. Schmuck im Museum für Islamische Kunst. Berlin, 1998, Nr. 23, 94, Abb. 73.

Seipel, W. Schätze der Kalifen. Islamische Kunst der Fatimidenzeit. Mailand, 1998, 119-129.

Kat. Islamic Jewelry in the Metropolitan Museum of Art. M.Keene – M. Jenkins (eds.), New York, 1982, Nr. 51a, 85.

Kat. Museum für Islamische Kunst Berlin. Berlin 1973, Nr. 217.

Citation:

Annette Hagedorn "Ohrringpaar" in "Discover Islamic Art", Museum With No Frontiers, 2017. http://www.discoverislamicart.org/database_item.php?id=object;ISL;de;Mus01;43;de

Autor: Annette Hagedorn

MWNF Arbeitsnummer: GE 54

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